Aufräumen befreit

Heute möchte ich einmal etwas sehr banales empfehlen. Aufräumen.

Durch jedes Aufräumen sorgt man indirekt auch für Platz, und Raum und man gewinnt an Ordnung.

Foto: kuhlpunkt https://www.kuhlpunkt.de/Es ist einem meist nicht bewusst, aber Unordnung belastet uns – mindestens in unserem Unterbewusstsein. Aufräumen beruhigt und es schafft Klarheit.

Für Ordnung sorgen kann man auf vielfältige Arten und Weisen. Der erste Schritt ist immer die Wahrnehmung, wo überall aufzuräumen wäre.

  • Meine Mail-Box
  • in meinen sozialen Netzwerken
  • auf meinem Dachboden oder im Keller
  • in meinen Beziehungen
  • auf meinem Schreibtisch
  • in meinem Auto
  • meine Papiere

Briefe öffnenDas klingt jetzt erstmal ganz furchtbar, oder? Abschreckend! Wo anfangen? Überall ist Chaos, mehr oder weniger – fühlst du das?

Das Gute ist, die Unordnung lässt sich lichten und zumindest wirst du doch besser fühlen, wenn du es angehst. Dafür empfiehlt es sich, gleichsam mit einer im wahrsten Sinne befreienden, Strategie heranzugehen und täglich Babyschritte zu machen.

Die Belohnung folgt auf dem Fuße. Ähnlich wie bei einer Diät hilft es mehr, tatsächlich kleine Dinge zu ändern und zu verbessern, statt sich selber einer Pferdekur zu unterziehen. Selbst, wenn es mir nicht gut geht und es mir an Kraft mangelt, zwinge ich mich dazu, eine einzige kleine Sache an jedem Tag zu ordnen. So banal das klingt, auch so schafft man nach und nach Ordnung und durch ein höheres Maß an Aufmerksamkeit für die kleinen Dinge diszipliniert man sich auch zunehmend, weniger Krams ranzuschaffen.

Kennst du die 2-Minuten-Regel (aus: Getting Things Done von David Allen)? Alles, was du innerhalb von 2 Minuten erledigen kannst – machst du sofort. Glaube mir, das erspart dir viel Kraft und Mühe, denn Aufschieben und Aufmerksamkeit drauf zu richten, wird schnell als anstrengender wahrgenommen als das sofortige Erledigen. Probiere es aus, es wirkt Wunder!

Auch wenn die eigentliche Aufgabe vielleicht nicht die höchste Priorität hat, sollte man sie doch direkt angehen und abhaken. Ist die Aufgabe in dem Moment total unwichtig, lösche sie, schmeiße sie weg! Wenn einem diese Aufgabe jetzt keine zwei Minuten wert ist, wird sie es auch in der Zukunft nicht sein. Vielmehr wird sie in ihrem Hinterkopf herumgeistern und zu allen erdenklich ungünstigen Zeitpunkten wieder auftauchen. Eine Menge solcher aufgeschobenen Aufgaben wird zu einer enormen Belastung. Die Arbeitsmoral und auch die Effektivität leidet. Also: Alle anstehenden Dinge, die zwei Minuten oder weniger brauchen, sofort erledigen. Bevor Du die Aufgabe irgendwo niedergeschrieben hast, z.B. in einem GTD Task-Manager, auf einer To-Do-Liste oder ähnlichem, ist die Aufgabe bereits erledigt.

schreibt auch Lars Bobach in seinem Selbstmanagement-Blog. Bist du darin geübt, dann kannst du auch Gewohnheiten ändern oder etwas Neues anpacken, wenn es dich weniger als zwei Minuten kostet.

Wenn es dir hilft, dann belohne dich für die einzelnen Etappen, mache dabei aber nicht den Fehler, wieder zu große Schritte abzufordern. Dein „innerer Schweinehund“ wacht auf, wenn du die Hürde höher setzt. Natürlich gibt es auch größere Aufgaben mit hoher Priorität. Hier kann ich Personal Kanban empfehlen – das ist die pure Selbstmotivations-Magie für das Selbstmanagement.

Du musst dir nur die Zeit nehmen, wahrzunehmen, wie du dich zunehmend entspannst.

Aufräumen haben wir alle als etwas unangenehmes gespeichert, wir „müssen aufräumen, sonst kriegen wir Schimpfe.“ Lassen wir Dinge zu lange liegen, entstehen Folgeprobleme – das haben wir alle gelernt (wobei wir uns viel zu selten bewusst machen, wie viele Probleme sich erledigt habe, ohne das wir etwas getan haben, aber das ist ein anderes Thema).

Gleichzeitig genießen wir die Ordnung, wenn sie uns entspricht. Das muss nicht die kalte, cleane Ordnung eines Krankenhauses sein,  sondern nur die, in der wir uns wirklich wohlfühlen können.

In dem Maße, in dem wir die „Geräusche reduzieren“, weil wir zum Beispiel nur noch 10% der frühere Mails bekommen, fühlen wir uns besser, erleichtert, entlastet – ohne dies in besonderer Weise zu würdigen.

Wer sich selber ein hohes Maß an Achtsamkeit gestattet, kennt das kleine Glück, welches durch diese Art von Ordnung entsteht.

 

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