Buddha des Monats!

Buddha AngebotBuddha des Monats zu werden, hört sich wirklich absurd an.

Oft denken wir, dass wir — um ein wirklich spirituelles Leben zu führen — wer weiß welch sonderbare Praktiken auf uns nehmen müssen. Stundenlang auf dem Kissen meditieren, die Haare abrasieren oder in Kargheit wohnen, zölibatär leben oder kryptische Texte studieren, geheimnisvolle Mantren murmeln oder weite Pilgerreisen unternehmen. Das alles kann man tun — muss man aber nicht. Viel zu oft beschäftigen wir uns bei diesen Tätigkeiten zu sehr mit dem Äußeren und vernachlässigen dabei das Innere.

Denn hier, in meiner Küche, als Otto-Normalverbraucher mit pubertierenden Kindern, den grauer werdenden Haaren und dem täglichen Einerlei eines durchgetakteten Alltages, haben wir alle nur erdenklichen Grundvoraussetzungen, um wahrhaft spirituelle Praxis auszuüben. Ganz ohne riesen Tamtam und Räucherstäbchen.

Anhand der täglichen Aufgaben und Herausforderungen kann jeder all die guten Eigenschaften üben, die ein erleuchtetes Wesen – wie z.B. der Buddha- zur Vollendung gebracht hat.

Hamburg mein LebenDer Buddha ist ja nicht nur ein großer Denker gewesen, sondern er hatte auch das Herz auf dem richtigen Fleck (auf buddhistisch heißt das Weisheit und Mitgefühl)! Und natürlich hatte er als ordentlich Erleuchteter auch andere großartige Eigenschaften wie unendliche Geduld, vollkommene Freigiebigkeit, liebevolle Zuneigung, ständige Konzentration und so weiter.

Aber der Punkt ist: All diese Eigenschaften sind keine abgefahrenen Zauberfeautures eines entrückten Religionsfreaks, sondern Charakterzüge, die JEDEM Menschen innewohnen. Deswegen hat der Buddha ja auch klargestellt, dass JEDER die Buddhanatur in sich trägt und ein Buddha werden kann. Ausnahmslos.

Natürlich fällt es uns anfangs schwer, all diese fantastischen Eigenschaften gleichzeitig zu kultivieren. Das macht nichts. Wir fangen Schritt für Schritt an. Gucken erstmal, was wir — ohne viel Anstrengung schon jetzt zu bieten haben und widmen uns danach den anderen Problemfeldern.

„Es gibt nichts, was nicht durch die Macht der Gewohnheit im Laufe der Zeit einfacher wird!“ heißt ein schlauer Spruch. Das bedeutet: Sowohl im Negativen wie auch im Positiven fällt uns unser Verhalten immer leichter, je mehr Übung wir darin haben.

Keine Sorge: Mehr, als dass wir ein bisschen liebenswürdiger zu unseren Mitmenschen und uns selbst sind, kann nicht passieren. Keiner verlangt, sich selbst und andere in die Luft zu sprengen oder von heute auf morgen Haus und Hof zu verkaufen. Alles kann und soll genauso bleiben wie es ist. Nur, dass wir uns INNERLICH ein bisschen anders verhalten als sonst.

Vielleicht führen unsere liebenswürdigen, ehrlichen und positiven Handlungen auch schon bald dazu, dass wir in Kürze selbst zu mehr Glück gelangen. Aber lassen wir das jetzt erstmal außen vor. Schielen wir nicht schon nach dem Fell des Bären, bevor dieser überhaupt erlegt ist. Bleiben wir bei dem, was JETZT ansteht: Nämlich mit dem zu arbeiten, was JETZT hier ist:

 

Frosch BuddhaJetzt investieren, später ein Buddha werden, so geht’s:

 

Bleibe freundlich, auch wenn Du gerne scharf antworten möchtest. Lass es einfach. Lächle!

Hör auf zu lästern. Dieses fiese unnötige Geschwätz entzweit die Menschen und führt zu nichts. Wenn Du nichts Nettes zu sagen hast, sage besser gar nichts. Versuche, Deine Worte zur Quelle der Weisheit zu machen, nicht zur Kloake!

– Hilf nicht einer fremden Oma über die Straße, sondern frag Deinen verhassten Kollegen, ob Du ihm vielleicht eine Aufgabe abnehmen könntest. That sucks, ich weiß, aber es geht schließlich um die Entwicklung grenzenloser Liebe. Die fängt beim Kollegen an!

Sei achtsam bei Deinen täglichen Handlungen. Wechsle zum Beispiel die leere Klopapierrolle aus, auch wenn es nicht Deine Aufgabe ist. Es fällt Dir kein Zacken aus der Krone!

Konzentriere Dich jeden Tag mindestens 10 Minuten auf Dich selbst. Frage Dich, ob Dein Leben gut ist, wie es läuft. Überlege, was Du ändern kannst, indem Du alles Äußere so lässt, wie es ist und nur an Deinem Inneren arbeitest.

–  Nimm Dich zurück, wenn andere reden. Lass sie aussprechen, höre ihnen wirklich mal zu. Kritisiere sie nicht. Freue Dich über die Erfolge der anderen, selbst die Deiner schärfsten Konkurrenten. Es ist genug Erfolg für alle da. Neid schadet nur Dir selbst.

Bleib geduldig, auch wenn Du zum hundertsten Mal „Mama“ gerufen wirst. Werde nicht fahrig und hektisch, bleib einfach wie ein Fels in der Brandung. Ja, das fällt uns sehr schwer. Aber das übt Geduld.

Langfinger adé: Stelle Deine beruflichen und privaten Aktivitäten auf hundert Prozent saubere  Füße. Keine Trickserei, keine Mauschelei. Sei ehrlicher, als Du es Dir jemals hättest vorstellen können. Werde Ehrlichkeitspionier und Ehrlichkeitsmitarbeiter des Jahres!

– Ein Mann, ein Wort. Werde verbindlich. Niemand bräuchte Verträge, wenn die Menschen sich verbindlicher verhalten würden. Geh voran. Versprich nur etwas, das Du auch wirklich halten kannst. Wenn Du zusagst, die Präse bis Mittwoch fertig zu haben, dann gibt es einfach keine Entschuldigung mehr für Dein Versäumnis. Nimm Dein Wort für bare Münze, Du wirst staunen, wie sich das auf Deine Reputation auswirkt.

– zum Schluss: Sei großzügig! Hör auf zu knausern. Gib Trinkgeld, Komplimente, freundliche Worte, kleine und große Aufträge. Positives muss fließen, nicht stocken.

 

EntschleunigungUnd nun: relax! Du bist schon fast ein richtiger Buddha!

 

 

 

 

 

 

Foto: Malte Klauck

Foto: Malte Klauck

Wenn Isabel Lenuck nicht gerade ein Buddha ist, arbeitet sie im Museums für Völkerkunde und als Autorin.

Mehr über sie hier: http://isabel-lenuck.de/blog/

6 Gedanken zu „Buddha des Monats!

  1. Christa sagt:

    Meine Kinder sind zwar noch im vorpubertären Stadium und mir fiel – zum Glück – kein verhasster Kollege ein, aber diesen Text finde ich grandios. Danke dafür am Montag Mittag!

    • Isabel Lenuck sagt:

      Liebe Christa,

      vielen Dank für die Blumen. Ich freue mich, wenn der Text für Dich eine Inspiration ist. Genieße die Zeit der Vorpubertät 🙂 nein, ganz im Ernst: Kinder sind in jedem Alter großartig. Sie sind zwar manchmal durchaus anstrengend, aber das sind wir ja bestimmt auch und die lustigen Seiten überwiegen ganz eindeutig, finde ich jedenfalls!

      Alles Liebe und viele Grüße von Isabel (mit Silke im Sinn)

  2. Cornelia sagt:

    Mir fällt aktuell auch kein verhasster „Kollege“ ein. Ohnehin war ich erstaunt , wie alt ich war (älter als 40) als ich erstnals überhaupt einen Menschen hasste, der mir mit voller Absicht und aus purer Berechnung Schaden zufügte, von dem ich mich viele Jahre auch nicht erholen solllte. Da würde
    es doch nahe kommen, dass ich dann lieber der fremden Omi über die Straße helfe.
    Buddha like zu leben ist vielleicht eine kluge Sache, da man in Einzelfällen die wahrhaftigen Gedanken
    und Gefühle durch nicht unbedingt authentischem Verhalten überspielt und in diesem Fall keine
    besondere Weisheit zum tragen . Den privaten Kreis, insbesondere die eigenen Kinder betreffend
    ist es wieder etwas anderes. ZU Menschen, die mich betrügen, möchte ich weder freundlich sein,
    noch ihnen gegenüber Geduld aufbringen. Doch gegenüber Menschen, die ich liebe und die mich
    lieben, die ich achte, die mich achten, denen gegenüber kch mich abgreneze weill ich sie gar nicht
    kenne und nur die Grundhaltung Achtung und Respekt vorhanden ist, bin ich schon genetisch bedingt eine Art „Buddha“.
    Ich glaube, dass man sogar nur die 10 christlichen Gebote befolgen müsste, um ein perfekter Mensch zu sein! Da bräuchten wir nicht einmal ein Gesetzbuch, keine Polizei und keine Richter,
    hätten keine Täterund vor allem keine Opfer…

  3. SeelenGuru sagt:

    Hallo Isabel,

    ein sehr schöner Beitrag. Wahr Worte und sehr schöne Punkte. Ich könnte noch einen Punkt ergänzen und einen hinzufügen.

    Großzügigkeit:
    Zeige anderen Menschen eine neue Art der Großzügigkeit. Verschenke z.B. einen Pfandbon an den nächsten der den Supermarkt betritt.

    Ich mach es ab und zu so, dass ich ein bis zwei 0,25€ Flaschen auf einen extra Bon setze damit ich diesen dann jemanden geben kann.
    Kleine Gefälligkeiten erzeugen weitere Gefälligkeiten.

    Denk Vorrausschauend:

    Versuche Situationen zu erkennen bei denen du anderen Menschen unterstützen kannst. Z.B. Falls du eine Pfandflasche in den Müll werden möchtest, stelle sie auf oder neben den Müllereimer um es den Pfandflaschensammlern zu erleichtern.

    Vielen Dank für deinen Beitrag.

    Liebe Grüße aus Dresden

    • Isabel Lenuck sagt:

      Liebe/r Seelenguru,

      vielen Dank für Deinen Kommentar! Du hast vollkommen Recht, es gibt hunderte Möglichkeiten, Freigiebigkeit zu üben. Wenn man nur die Augen offenhält, bieten sich an jeder Ecke eine Gelegenheit und das macht es ja so schön. Es ist ja relativ leicht zu geben und es muss auch nicht immer etwas Materielles sein. Zeit ist zum Beispiel ein kostbares Gut geworden…

      Ich jedenfalls nehme Deine Give-away-Punkte jedenfalls sehr gerne in unsere Liste auf und schicke Dir ganz viele liebe Grüße aus dem herrlichen Sommmer-Hamburg (wir Hamburger müssen das immer betonen, weil wir normalerweise Regen nonstop gewöhnt sind) 🙂 Bis bald

      Isabel (mit Silke im Sinn)

      • SeelenGuru sagt:

        Hallo Isabel (mit Silke im Sinn), 🙂

        vielen Dank für deine Antwort. Ich gebe dir vollkommen Recht. Zeit ist heutzutage fast wertvoller als Geld. Es ist zwar noch nicht bei allen im Bewusstsein, aber in Zeiten wo Zeit weniger Geld wert ist, wird dies auch immer mehr realisiert.

        Ich werde hier jetzt öfters vorbei schauen, ich denke für die eine oder andere Denk-Inspiration ist eure Seite gut geeignet 🙂

        Na da herzlichen Glückwunsch zu dem schönen Wetter und ich sende euch noch ein paar weitere Sonnenstrahlen aus der Partnerstadt zu.

        Sonnige Grüße aus Dresden

        Thomas

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