Genügsamkeit und Nicht-Verletzen. Ein veganer Abend mit Lena Suhr, Emotion und CD

20160915_190136 Genügsamkeit und Nicht-Verletzen.Ein veganer Abend mit Lena Suhr, Emotion und CD

Genügsamkeit und Nicht-Verletzen, hört sich mal wieder umwerfend sexy an. Ist es auch!

Vegetarisch oder vegan zu leben kann viele Gründe haben. Gesundheit, Ethik oder manchmal ist auch ein Schock der Auslöser, diesen Weg einzuschlagen.

„Als ich als 14jährige in meiner Supermarktlasagne plötzlich statt der erwarteten leckeren Bolognese-Hackfleisch-Soße Knochen fand, war ich derartig schockiert… … dass ich in dem Moment beschloss, von nun an kein Fleisch mehr essen zu wollen,“ erinnert sich Lena Suhr an diesen Augenblick. „Krüsch war ich, was Fleisch angeht, schon immer gewesen. Ich mochte nichts mit Sehnen und Knochen. Aber in diesem Moment und beim Anblick dieser Knochen wurde mir vollkommen bewusst, dass für jedes Stück Fleisch tatsächlich ein Lebewesen stirbt. Und das wollte ich nicht mehr unterstützen.“

img-20160915-wa0059Ein tiefgreifender Denkprozess begann. Zwar aß sie nach Überwindung des Schocks doch wieder hin und wieder Fleisch, aber der Vorsatz,  vergetarisch leben zu wollen war gefasst. Schon bald darauf lebte sie zunächst vegetarisch und dann später vollkommen vegan. Es war die Pionierzeit, denn im Jahre 2008 gab es noch nicht viel auf dem veganen Markt. Viele Produkte, auf die wir heute ganz bequem zurückgreifen können, waren damals nicht zu finden.

Die Idee vom Vegetarismus/Veganismus ist natürlich aber schon sehr viel älter. In vielen religiösen oder spirituellen Traditionen wurde schon vor vielen tausend Jahren die vegetarische Ernährung als natürliche Konsequenz einer inneren Haltung der Achtung vor anderen Lebewesen gelebt.

Hier in Deutschland allerdings war dieser Gedanke 2008 noch wirkliches Neuland.

„Ist es nicht schwierig, vegan zu leben?“ lautete deswegen eine der häufigsten Fragen an Lena Suhr, die heute Inhaberin der ersten veganen Kochschule „Kurkuma“ ist. „Was essen Sie denn dann bloß?“

img-20160915-wa0056Über diese Frage mussten wir alle lachen. Denn alles, was wir neu beginnen, erscheint uns am Anfang kompliziert. Aber kaum haben wir uns daran gewöhnt, geht es als natürliche Handlung in den Alltag über. Insofern ist es überhaupt nicht schwer, vegan zu leben. Letztlich ist es, wie alles im Leben, eine reine Gewohnheitssache.

Die Macht der Gewohnheit kann alles verändern. Vom Positiven zum Negativen. Vom Negativen zum Positiven. Deswegen sind unsere inneren Einstellungen zu uns und der Welt auch so machtvoll.

Das Motto dieses schönen veganen Abends lautete „weniger ist mehr“ und mit unseren Gastbegebern Emotion, CD und der Kurkuma Kochschule waren wir einer Meinung:

„Bloß kein militanter Perfektionismus. Wenn man zu schnell zu viel möchte, verkrampft man sich und verliert dann die Lust!“ Lena Suhr hat das vegane Leben für sich selbst als das richtige erkannt, hütet sich aber davor, andere belehren zu wollen.

20160915_205707Die Einstellung, das Leben entspannt zu sehen, ist bekanntlich auch unser Motto. Auch wir versuchen, den „mittleren Weg“ zu leben und das Beste aus allen Traditionen alltagstauglich zu machen. Aber alles ohne Druck, Zwang und neue geistige Fesseln:

Wir wollen uns in unserer Haut wohlfühlen und neue Impulse realisierbar machen, ohne uns zu verbiegen. Bewusstsein für das was man isst, was man tut oder sich auf die Haut aufträgt, haben wir allemal. Deswegen fühlten wir uns mit den Werten, die für die CD Produkte gelten, sehr im Einklang. Genügsamkeit und Nichtverletzen (z.B. Keine Tierversuche, keine tierische Inhaltsstoffe) oder eben „Weniger ist mehr“.

Auch die Redakteurinnen der Emotion waren inspirierende Gesprächspartnerinnen. Wir mögen dieses Frauenmagazin, das für innere Inspiration abseits von reinen Haar-, Nägel- und Modetipps steht und sich der Entfaltung der inneren geistigen Schönheit widmet.

img-20160915-wa0045Kurzum: Auch wenn sich dieser Text ein bisschen werblich anhört, ist die Essenz des Abends weit mehr als reine PR.

Natürlich will CD Produkte verkaufen. Natürlich will Emotion Leserinnen gewinnen. Natürlich möchte Lena Suhr’s vegane Kochschule jahrelang im Voraus ausgebucht sein.

(Natürlich wollen wir uns amüsieren, Champagner trinken, umsonst lecker futtern und schöne Proben geschenkt bekommen).

Doch für alle Beteiligten gilt: Geld verdienen zu wollen ist per se nichts Schlechtes. Es kommt immer bloß auf das WIE an. Und an diesem Punkt treffen wir uns: Wie wollen wir leben? Wie wollen wir Geld verdienen? Was wollen wir hinterlassen? Wie gehen wir mit unserer kostbaren Zeit um?

Wir können nicht so tun, als hätte der Tag 25 Stunden. Wenn die Zeit abgelaufen ist, können wir keine Ersatzjahre aus der Tasche zaubern. Deswegen versuchen wir, unsere kostbare Zeit so sinnvoll als möglich zu nutzen. Und zweifelsohne gehören Genügsamkeit und Nichtverletzen zu einer unserer persönlich wichtigsten Aufgaben. Denn aus der Dankbarkeit für das was da ist und dem Beenden des aggressiven immer-mehr-haben-zu wollen entsteht wirkliche Freude und echte Freiheit.

Je mehr wir nach außen hin leben, desto unzufriedener werden wir. Und wohin dieser gedankenlose Konsum führt, weiß jeder…

Auch wir wollen gerne dazu beitragen, dass sich die Welt verbessert. Schritt für Schritt. Tag für Tag. Und jeder fängt bei sich selbst an und macht es, so gut er kann!

img-20160915-wa0051Deswegen bedanken wir hiermit nochmal ganz offiziell für die Einladung!

D-A-N-K-E   S-C-H-Ö-N!

Es war wirklich eine kostbare Zeit 😉

 

 

 

6 Gedanken zu „Genügsamkeit und Nicht-Verletzen. Ein veganer Abend mit Lena Suhr, Emotion und CD

  1. Lena Suhr sagt:

    Liebe Isabel, liebe Silke,

    erst einmal vielen Dank, dass ihr dabei ward. Es freut mich sehr, dass euch der Abend gefallen hat.
    Eine kleine Anmerkung zum Text habe ich noch: leider ist es nicht so, dass ich nach meiner Knochen-Lasagne und dem damit verbundenen Schock Vegetarierin blieb. Als der Schock nach ein paar Monaten überwunden war, biss ich wieder in Fleisch und wurde erst viele, viele Jahre später direkt zur Veganerin.

    Eure Fragen, die ihr stellt, sind sehr wertvoll und sollte viel mehr Platz in unser aller Alltag einnehmen. Wir sollten niemals aufhören zu hinterfragen, was wir tun und unser Handeln immer wieder reflektieren.

    Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und sende liebste Grüße aus der Kochschule,
    Lena

    • Isabel Lenuck sagt:

      Liebe Lena,

      danke für Deine Rückmeldung. Da habe ich wohl unser Gespräch an dem veganen Abend dramatisch verkürzt wiedergegeben 😉 Ich dachte, das wäre DER Moment des Umbruchs gewesen. Aber so passt es ja auch viel besser!

      Du hast ja in Deinem Vortrag gerade darauf hingewiesen, dass man sich Zeit geben sollte und nichts übers Knie brechen muss, da man sonst Gefahr läuft, die Lust zu verlieren. Und häufig brauchen Veränderungen (damit sie wirklich lebbar sind und Früchte tragen) auch einfach ein bisschen Zeit. In unserer Instant-Erleuchtungs-Zeit, wo wir schon nach zwei Sekunden Bildschirmaufbau die Geduld verlieren wollen wir diese schnellen Ergebnisse zwar alle gerne haben, stellen uns mit dieser Einstellung aber auch schnell selbst ein Bein… Wenn wir es slow machen, kommen wir genauso ans Ziel und erzielen damit weitaus tiefgründigere Ergebnisse. DANKE SCHÖN!

      Viele liebe Grüße

      Isabel und Silke

  2. Ava (auch vegan) sagt:

    Ich freue mich, dass immer mehr Menschen erkennen, da ist eine Revolution im Gange. Zugegebenermaßen (mir persönlich) viel zu langsam, da in dieser Zeit weiter tierische Opfer in Milliardenhöhe zu beklagen sind. Aber es stimmt, es entwickelt sich gerade erst etwas, das, wenn man es mit Gewalt durchsetzen wöllte, wohl am Ende zu gar nichts führte. Vielleicht ist es ja naiv, nur ein Traum, dass diese Welt mal flächendeckend friedlich wird. Aber der Anfang ist gemacht. Vor 20 Jahren wohl noch undenkbar, hier in DE eine vegane Kochschule zu etablieren. Und nun – Realität. Vegane Produkte im SUPERMARKT, vor 10 Jahren hätte der Vertrieb nur gelacht. Und nun – Realität. Es geht voran. 🙂

    • Isabel Lenuck sagt:

      Liebe/r Ava,

      ja, auch die längste Reise beginnt mit einem einzigen Schritt. Am Anfang denkt man vielleicht, dass sich nie etwas ändert, aber das stimmt nicht. Wenn wir uns mal anschauen, wie viele politische Systeme wir in den letzten Jahren/Jahrzehnten haben kommen und gehen sehen, erkennen wir, dass sich alles ständig ändert. (Nicht nur zum Positiven hin, leider, aber die Dinge ändern sich)!

      Ich glaube, dass sich wahre Veränderungen immer nur dann dauerhaft durchsetzen, wenn der Veränderung eine Erkenntnis zugrundeliegt. Äußerer Druck kann die Fronten oftmals nur verhärten, aber wenn man z.B. für sich wirklich erkannt hat, dass jedes Lebewesen keinen Schmerz erleiden möchte und nach Glück strebt, dann entwickelt sich ganz natürlich eine innere Haltung der Friedfertigkeit, die auch die Nahrung umschließt.

      Wichtig ist es meiner Meinung nach, jedem Menschen die Zeit dafür zu geben, die er/sie persönlich dafür braucht. Es wäre schade, wenn sich die Menschen auf dem Weg zu einer friedlicheren Welt auf dem Weg die Köpfe einschlagen, weil jeder der Meinung ist, seine Weltsicht sei die richtige….

      Deswegen brauchen Veränderungen auch immer so lange, was ich persönlich manchmal ein bisschen Schade finde. Aber das ist wieder eine gute Gelegenheit, Geduld zu üben (auch eine wichtige Tugend 😉

      Viele liebe Grüße und sorry, dass ich Deinen Kommentar erst jetzt freischalte (ich war busy)

      Isabel (mit Silke im Sinn)

      • Ava sagt:

        Hallo Isabel, ja, und nicht zu vergessen NETZWERKEN. Gerade in der virtuellen Zeit wird vieles möglich, was vorher durch Distanz kaum realisiert werden konnte. Ich bin sehr gespannt, wo wir in 50 oder vllt. schon 20 Jahren stehen. Vllt. sogar eine vegane Partei im Bundestag? 😉

        LG, Ava

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