Kopf Hoch, Deutschland! Oder: Liebet und beehrtet Euch!

Deutschland, das Land der Dichter und Denker? Oder eher das Land der Richter und Quengler?

Loben statt Kritik!

Im Volksmund heißt es: „Bescheidenheit ist eine Zier, aber weiter kommt man ohne ihr“. Wir stellen uns die Frage: Loben wir uns eigentlich genug? Loben wir die anderen eigentlich genug?

Und: Ist Lob per se etwas Positives oder auch nur eine weitere verkappte Art der Kritik? Eine weitere Bewertung? Deine Haut sieht super aus (=vorher sahst Du echt beschissen aus)?

Mit Bewertungen kennen wir uns ja nun wirklich aus, denn wir haben eine tief in uns innewohnende Gewohnheit, die Welt um uns herum in “Mag ich, mag ich nicht!” einzuteilen.

Es fällt uns äußerst schwer, sowohl die anderen als auch uns selbst nicht permanent zu beurteilen. Bereits nach Sekundenbruchteilen haben wir uns ein Bild über das Außen oder den anderen gemacht, welches meist nur aus unseren eigenen Gedanken und Projektionen besteht.

Häufig kennen wir die bewertete Person nicht einmal! Wir bilden uns ein, diese anhand ihres äußeren Erscheinungsbildes oder anhand ein paar weniger Sätze beurteilen zu können. Schon ist der andere cool oder öde, heiß oder ein Langweiler, ist ein Winner oder Looser.

Als Single auf Freiersfüßen fiel mir mein eigenes, gnadenloses Bewertungsraster besonders deutlich auf: Aufgedonnert und voller Hoffnung die gutgefüllte Bar betreten, waren in weniger als 5 Minuten alle potentiellen Mr. Rights aussortiert. „Zu groß, zu klein, zu dick, zu dünn, falsches Getränk, falsches Lachen, falsche Frisur, falscher Blick.“ Mit Niemandem hatte ich bis dato überhaupt nur ein Wort gewechselt, schon war ich wieder aus der Tür hinaus. So kann das ja auch nichts werden 😊

Beurteilen scheint ein uns sehr tief innewohnendes Gedankenmuster zu sein, welches wir auch für uns selbst gerne anwenden. Vielleicht kommt es aus einer Zeit, in der es sehr wichtig war, eine Situation innerhalb von Sekunden richtig einschätzen zu können: Tödlicher Tiger oder nicht tödlicher Tiger ist eine wichtige Frage!

Doch inzwischen sind tödliche Tiger seltener, das Bewerten aber zu einem geistigen Automatismus geworden, das sein Programm häufig unbewusst nebenher abspielt. Was auch immer uns vor die geistige Flinte kommt, wird kategorisiert; entweder abgewertet oder hochgejubelt, Hauptsache aber beurteilt.

Leider aber blicken wir dabei häufig viel zu streng in die Welt. Loben uns viel zu selten über den grünen Klee, sind unsere härtesten Kritiker. Wie sagt der Volksmund auch? „Hart zu sich selbst, grausam zu anderen.“ Wer sich selbst nicht liebt und anerkennt, wird auch bei anderen eher das Negative, als das Positive sehen.

Dabei machen wir doch jede Menge richtig und gut! Wir erschaffen phantastische Dinge und stemmen großartige Projekte: Ziehen freche Kinder geduldig groß, kaufen bewusst ein, machen uns Gedanken über unsere Nachwelt, spenden für Menschen und Tiere in Not, halten die Tür auf, schenken ein Lächeln, sind hilfsbereit und großzügig, versuchen jeden Tag wieder unser Bestes…

All dies (und noch viel mehr) sind sehr lobenswerte Taten, die häufig viel zu wenig gewürdigt werden:

Die Krankenschwester, die sich trotz des Zeitdrucks Zeit für uns nimmt, der Friseur, dem wir für einen Haarschnitt unser Herz ausschütten können, die beste Freundin, die unseren Hund in Pflege nimmt, der Nachbar, der das nächtliche Kreischen der Kinder erträgt. Die Welt ist voll von Superhelden und lobenswerten Menschen, die uns mit ihrer Güte und Freundlichkeit eine schöne Lebenszeit ermöglichen!

Friseure sind Helden und verdienen Lob!

Gemäß unseres Mottos, „Deine kostbare Zeit im Hier und Jetzt“, wollen wir einen Stein des Lobes ins Rollen bringen, einen Impuls des Lobens und Beehrens setzen.

Im Hier und Jetzt, hier in Hamburg, in Deutschland und natürlich auf der ganzen Welt laden wir Euch ein, zu loben und anzuerkennen, was das Zeug hält. LOBET UND BEEHRET EUCH! Ist das Motto der kommenden Wochen.

Wen oder was möchtet Ihr mal so richtig loben, wem auf die Schulter klopfen? Was toll finden? Lobet und preiset alles, worauf Ihr Lust habt! Den Hund, die Katze, Euren Chef, eine spannende Serie, Euren tollen Einrichtungsgeschmack, die wahrhaft grandiosen Kinder, die Lieblingsschuhe, den Bäcker an der Ecke, die Kaffeemaschine, die Lieblingswurst, den besten veganen Snack oder den liebsten Zeitungskiosk: ALLES IST ERLAUBT! Das Glas ist nicht nur halbvoll, es ist randvoll, die beste und einzige Zeit ist das JETZT und sie ist voll von wunderbaren Dingen und Menschen, die man ruhig einmal ausgiebig feiern darf!

Und bitte, keine falsche Bescheidenheit, lobt Euch bitte auch unbedingt selbst. Wir freuen uns auf Euren Beitrag!

Bravo! Lobet und beehret Euch!

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