Schluss mit der Zerrissenheit!

Schluss mit der Zerrissenheit! Lieber die Einheit in der Vielfalt leben!

HSV oder St. Pauli?

Ob HSV- oder St. Pauli-Fan, Buchhalter oder Künstler, Pelikan oder Geha, Eltern oder Kinderlose, Landei oder Stadtmensch, Onliner oder Facebookverweigerer… Es gibt so viele Themen, die polarisieren könnten. Klare Positionen helfen uns…

… sich in einer immer komplizierter werdenden Welt zurechtzufinden, sie spiegeln die Sehnsucht nach der Ordnung im Chaos wider.

Aber angesichts unserer Lebenssituation in 2019 wäre dies schwarz-weiß-Denken nicht besonders hilfreich: Zu eng ist alles miteinander verwoben und verzahnt. Zu sehr sind wir voneinander abhängig! Wir können es uns angesichts der globalen aber auch individuellen Herausforderungen nicht erlauben, die menschlichen Gesellschaften zu spalten.

Das moderne Leben ist bunt und großartig, voller Möglichkeiten und Energie aber auch sehr komplex und dadurch häufig anstrengend. Wie schnell kann man sich innerhalb all dieser verschiedenen Lebensmodelle zerrissen fühlen, das ständige Abwägen und Bewerten zum Problem werden. Will ich z.B. Bio, öko, lokal, regional, vegan oder natürlich/ naturbelassen? Frisch oder TK? Was ist besser, ethischer, gesünder, verträglicher, günstiger? Wie finde ich meinen individuellen Weg? Wie motiviere ich mich?

Nehme ich lieber die Gurke, Bio aber in Plastik, oder plastikfrei konventionell? Lokal vom Bauern oder lieber günstig aus Spanien? Ist unzubereitete Milch von der Milchtankstelle beim Bauern besser für meine Familie oder doch lieber die Tetrapack Bio… oder fahre ich 20 km mit dem Auto, um Biomilch in Glas zu kaufen?

Die Qual der Wahl

Alles ist kompliziert geworden, jede Entscheidung hat Konsequenzen und es gibt kein richtig oder falsch mehr. 

Wir müssen lernen, die friedliche „Einheit in der Vielfalt“ zu leben und die darin enthaltenen Schwierigkeiten auch als Zeichen unserer Zeit zu ertragen.

„Einheit in der Vielfalt“ ist ein ursprünglich häufig verwendeter Begriff wenn man versucht, die vielfachen Glaubensansätze innerhalb der Religionen Indiens zum Oberbegriff „Hinduismus“ zusammenzufassen.

DEN Hinduismus gibt es nämlich gar nicht, ebenso wie es DAS Christentum nicht gibt. Kreuz, Osterfeuer und Osterei, Tannenbaum und Weihnachtsmann zum Beispiel sind für viele Menschen heute wichtige Symbole christlichen Brauchtums, stammen aber aus verschiedenen Zeiten, Traditionen und Glaubensvorstellungen. Über die Jahrhunderte hinweg bildete sich aus diesen Konzepten ein teilweise komplett widersprüchliches Gebilde namens Christentum, aus welchem sich der moderne Mensch heraussuchen und praktizieren kann, was ihm persönlich gefällt. Gott sei Dank!

„Einheit in der Vielfalt“ kann das Motto des modernen Menschen werden. Hausfrau oder Karriere? Impfen oder nicht? Technikfreak oder Naturbursche? Wer die Wahl hat, hat die Qual, ständig muss man sich entscheiden…

Die meisten von uns probieren im Laufe ihres Lebens ein bisschen von allem aus. Das ist nicht nur wirtschaftlich notwendig (Stichwort: Umschulung) und vom Alter abhängig, sondern auch ein Zeichen von geistiger Neugierde. Lebendig sein, sich für die verschiedensten Themen zu interessieren macht das Leben spannend. Wir leben in einer bunten Gesellschaft. Glücklicherweise!

Als selbstständige Unternehmerin und Mutter von vier Kindern versuche ich täglich aufs Neue, die Einheit der Vielfalt zu bewahren. Mich den Fragen zu stellen und nach Antworten zu suchen. Wie kann ich arbeiten, ohne andere auszubeuten? Wie in den Urlaub fahren oder Spaß haben, ohne die Umwelt zu schädigen?

Urlaub ohne Reue?

An meinem Abendbrottisch sitzt die Veganerin neben dem Würstchenliebhaber, der puristische back-to-the-roots-Pfadfinder neben dem Anna-und-Elsa-Glitzer-Fan, steht das alkohol- und glutenfreie Bier neben dem köstlich-schweren Rotwein.

Hier wird geredet und gelacht, gestritten und debattiert. Einheit in der Vielfalt? Oft kaum auszuhalten! „Fleisch ist Mord! Nö, Würstchen sind lecker. Du und Dein scheiß Konsum. Wir haben keine zweite Welt im Kofferraum! Dein Leben nervt Dich? Dann streu doch einfach ein bisschen Glitzer drüber!“ Wie im richtigen Leben auch, glaubt sich auch in der familiären Mikro-Gesellschaft jeder im Recht, sieht sich jeder im Inbegriff der Wahrheit: „Ich habe recht. Nein ich! Du bist blöd. Nein Du“.

Einheit in der Vielfalt? Scheint unmöglich zu sein! Die Welt ist komplex und jede unserer Handlungen hinterlässt Spuren. Diese Erkenntnis kann uns lähmen, uns gleichgültig machen oder uns inspirieren. Wir haben es in der Hand, die Art der hinterlassenen Spuren zu bestimmen!

Ich persönlich versuche, meine Welt jeden Tag ein bisschen besser zu machen, dabei einem guten inneren Kompass zu folgen, Extreme zu vermeiden und die Zerrissenheit der vielschichtigen Welt zu akzeptieren. Den mittleren Weg zu gehen.

Nicht der einzelne muss alles richtig machen. Wenn jeder von uns es an jedem Tag nur ein klitzeklein besser macht, dann leben wir alle in einer schöneren Welt. Dafür kann natürlich jeder in seinem Umfeld schauen, was er tun kann – an seinem Arbeitsplatz, im Verein oder in der Familie. Man kann Produkte z.B. bewusst mit der CodeCheck App einkaufen, insgesamt weniger konsumieren, aber von besserer Qualität.

Alles zählt- der Butterfly Effekt!

Jeder Beitrag ist wertvoll und alle zusammen machen eine fröhliche, bunte Vielfalt aus. Lasst uns die Einheit der Gemeinschaft in der Vielfalt finden, so wie die Steine eines Mosaiks sein Gesamtbild strahlen lassen.

Wenn Isabel Lenuck nicht gerade mal wieder über den Butterfly-Effekt nachdenkt, schreibt sie auf Storylands.de Heldengeschichten für Unternehmen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.